Ein Drama in 6 Aufzügen

Nach einer historischen Begebenheit aus der Zeit des 30-jährigen Krieges in Pohlen
Uraufführung: Donnerstag, 18. Juni 2009 in der Kirche zu Pohlen

Einführung zum Stück

Immer wieder wurden Dörfer, Siedlungen und Städte in ihrer oft langen Geschichte von schrecklichen Ereignissen heimgesucht. Kriegerische Ereignisse und Seuchen rafften ganze Gegenden dahin. Eines der schrecklichsten Ereignisse war der 30-jährige Krieg von 1618 bis 1648. In ihm kamen doppelt so viele Menschen ums Leben wie im 2. Weltkrieg. Dabei hatte die Zivilbevölkerung den höchsten Tribut zu zahlen.

In unserer Zeit spüren wir kaum noch, was sich in dem kleinen Pohlen zutrug. Dennoch gehören diese Ereignisse aus der Vergangenheit zur Geschichte des Ortes dazu.

Zum einen war Pohlen Grenzdorf des Herzogtums Sachsen-Weimar zum Herzogtum Sachsen-Altenburg. Es gab immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen in diesen Grenzregionen. Noch heute trägt eine Flur den Namen "Kriegsacker", wo im letzten Jahrhundert Gegenstände von Kampfhandlungen von Bauern bei der Feldarbeit gefunden wurden.

Am schlimmsten wurden Pohlen und angrenzende Dörfer im 30-jährigen Kreig erschüttert. Pohlen wurde dabei nahezu komplett von Landsknechten geplündert und niedergebrannt. In dieser Zeit trat im Thüringer Vogtland der legendäre Bauerngeneral Georg Kresse auf den Plan. Liebe, Hass, Verzweiflung und Sehnsucht nach Gerechtigkeit zeichnete das Leben von Georg Kresse aus. Sein Betätigungsfeld als "Freiheitskämpfer" war vorallem die Gegend von Hohenleuben. Im dortigen Archiv "Burg Reichenfels" ist folgendes aufgezeichnet:

Kresse hielt sich für einige Zeit in dem Dorfe Polen bei Endschütz auf. Er ließ nun wohl, da die Feinde anrückten, alle Soldaten in das Dorf hinein, aber keinen wieder heraus, er machte sie fest und zeichnete sie ganz allmählig, indejm er ihnen z.B. Ohren, Nase, u.s.w. abschnitt, wozu sie ganz geduldig stil halten mußten. Daher lernten sich die Soldaten so für diesem Ort fürchten, daß die Offiziere oft zur Warnung sagten: Wicht nur Polen! Davon trägt jetzt noch dieses Dorf den Beinamen; Weich-Polen."

Zu dieser kurzen historischen notiz ist das dramatische Bühnenstück "Weiche-Pohlen" entstanden. Dabei wird versucht, diese schreckliche Zeit des 30-jährigen Krieges in Pohlen nachzuempfinden.

Die Bilder der 6 Aufzüge sind zufällig gewählt, wobei der Spielort, die Wehrkirche Pohlen, sehr identsich sein dürfte. Aus dieser Zeit ist eine schwere "Eichentruhe" (16. Jahrhundert) als Aufbewahrungsort von Habseligkeiten erhalten geblieben.

Zu den Aufzügen:

1. Aufzug: Getreidefeld in der Nähe von Pohlen
Eine Bauersfamilie ist bei der Getreideernte. Auch die beiden Kinder sind mit auf dem Feld. Der Bauer Michael bringt aber kurz vor dem Feierabend schlechte Nachrichten.
2. Aufzug: In der Wehrkirche zu Pohlen
Die Bauersfamilie hat in den dicken Mauern ihrer alten Wehrkirche Schutz gesucht und die Habseligkeiten in einer Truhe verstaut. Der Pfarrer von Wolfersdorf trifft ein und steht den Bauern bei. Der Bauerngeneral Georg Kresse soll gerufen werden.
3. Aufzug: Im Kresselager bei Weida
Georg Kresse und Frau Anna, geb. Pissel, sowie Nickel, ein ehemaliger Landsknecht - nun aber Kresses Gefährte, haben sich in den Wäldern um Weida vor den Landsknechten versteckt.
4. Aufzug: In der Wehrkirche zu Pohlen
Georg Kresse, Anna und Nickel treffen in der Kirche in Pohlen ein. Nun geschieht, was zu erwarten war: Söldner und eine Soldatenbraut dringen gewaltsam in die Kirche ein.
5. Aufzug: Platz vor der Kirche in Pohlen
Soldaten und Soldatenbraut sind gefesselt und zur Abschreckung sollen ihnen Nasen und Ohren abgeschnitten werden. Das Drama vollzieht sich gegen den Protest des Pfarrers und Kresses Eheweib Anna.
6. Aufzug: Im Hof eines bäuerlichen Anwesens
Schon einige Jahre ist der 30-jährige Krieg vorrüber. Man erzählt noch einmal von den Ereignissen, die sich in Pohlen zutrugen. Aber es gibt auch Neues zu berichten.

Bilder von den Aufführungen vom 18. und 19. Juni 2009 gibt es hier zu sehen: Zu den Bildern