Allgemeines

Kirche Linda

Die Kirche steht in der nördlichen Mitte des Dorfes und wurde im 13. Jh. im romanischen Stil erbaut. Wenige alte Rundbögen und Maurertechniken weisen auf diese Zeit hin. Sie besitzt einen eingezogenen, quadratischen Chorraum und eine Apsis mit Kalotte (Kuppelschale). Das Langhaus wurde im 16. Jh. errichtet.
Eine einschneidene Veränderung und Verschönerung erfolgte im Jahre 1673 (lt. Chronik "biss auf das Gemäure und Thurm neu erbauet und mit neuen Zierrath versehen ward ...").
Im Jahre 1787 reichte der Platz in der Kirche nicht mehr aus, es wurde der Einbau einer zweiten Empore veranlasst, sowie die Erneuerung der Orgelempore mit einer neuen Orgel. Die Fenster wurden vergrößert, eine Sakristei geschaffen und das Hauptportal erhielt einen Vorbau.
Der Kirchturm in seiner jetzigen Form enstand im Jahre 1853 Die Jahreszahl ist in der Wetterfahne zu sehen.
1836 und 1926 erfuhr die Orgel eine Umgestaltung und erhielt eine neoromantische Stimmung.
Die beeindruckende figurliche und monumentale Ausmalung von 1911 wurde 1985 restauriert und verschönert den Innenraum. Die Wiedereinweihung nach der 8-jährigen Sanierung fand 1986 statt.

Ausstattung

Altar der Kirche Linda

In Richtung Osten fällt der Altarbau (1778 ?) ins Auge.
Der Bau steht auf zwei korinthischen Säulen, auf denen ein profiliertes und nur an den Seiten leicht hervortretendes Gebälk ruht.
Den Mittelteil des gesprengten Giebels füllt ein ovales Medaillon mit einem Rahmen aus Granatäpfeln und Arkanthusblättern. Die Giebelflächen schmückt ein reicher Zahnschnittfries. Klassizistisch sind die beiden Flammenurnen auf den Giebelstücken. Davon zeugen die Form der Henkel und die symmetrisch ausgewogene Grundstruktur. Das Ganze wird bekrönt von der Figur des auferstandenen Christus mit der Siegesfahne.
Das ovale Gemälde zeigt die "Errettung Petri" (Evangelium des Matthäus 14, 24-32).

Orgel der Kirche Linda


Auf der Westseite ist die von Christian Friedrich Poppe erbaute Orgel zu sehen. Das prächtige Prospekt mit Rocaillenornamentik läßt unschwer ein Werk des Rokoko erkennen. Den Mittelgiebel zieren zwei Posaunenengel.

Die beiden wertvollen Flügelaltäre (von 1450) wurden 1980-1986 aufwändig restauriert. Es handelt sich um spätgotische Arbeiten, die sich auf der Nordseite des Chores befinden. Im rechten Schrein (wahrscheinlich in einer Thüringer Werkstatt gefertigt) ist Maria mit dem Jesuskind zu sehen. Sie ist umgeben vom Hl. Mauritius und dem Hl. Nikolaus.

  • Hl. Nikolaus (Attribut: Drei Goldkugeln oder Anker, Buch und Bischofsstab)
    Gedenktag 06.12. - Bischof von Myra, gest. 350. Ein Kranz von liebenswerten Legenden überdeckt sein Leben. Eine Legende besagt, er habe drei mitgiftlosen Töchtern eines verarmten Edelmannes drei Goldklumpen durch das Fenster zugeworfen, um sie vor dem Verkauf ins Freudenhaus zu retten. Er wird als Helfer in allen Nöten angerufen, besonders gilt Nikolaus als Freudenbringer für die Kinder.
    Patron der Schiffer, Patron der Bäcker, Helfer gegen Hungersnot und Teuerung.
  • Hl. Mauritius (Attribut: Lanze, Schwert und Schild, von dunkler Hautfarbe)
    Gedenktag 22.09 - Offizier einer römischen Legion zwischen 285 und 305 auf Befehl Kaiser Maximilans enthauptet
    Patron des Erzbistums Magdeburg und des Deutschen Reiches.
  • Maria, Mutter Jesu (Attribut: Jesuskind auf dem Arm, Krone, Zepter und Strahlenkranz)
    Gedenktag 08.09. - Durch den Erzengel Gabriel wurde Maria verkündet, daß sie die Mutter des Messias werden sollte.
    Sie ist Schutzpatronin aller wahrhaft Gläubigen.

Schreine

Im linken Schrein (wahrscheinlich aus Franken stammend) sind die hl. Barbara , der Evangelist Johannes (in der Mitte) und der hl. Wolfgang zu sehen.

  • Hl. Barbara (Attribut: Kelch mit Hostie)
    Gedenktag 04.12. - Sie wurde als jungfräuliche Märtyrin verehrt, sie gehört zu den 14 Nothelfern, nach grausamer Marterung wurde sie zum Tode verurteilt.
    Sie gilt als Patronin der Bergleute, Helferin in der Sterbestunde.
  • Hl. Wolfgang (Attribut: Kirchenmodell, Axt oder Beil)
    Gedenktag 31.10. - geb. 924, gest. 994, bestattet in Regensburg, Bischof in Regensburg, Gründung des Bistum Prag, Kirchengründer und Kirchenbauer, Axt warf er - wo eine Kirche entstehen sollte.
    Wolfgang ist der Patron aller Kirchengebäude.
  • Evangelist Johannes (Attribut: Kelch mit Schlange oder mit Buch)
    Gedenktag 27.12. - von Jesus zum Jünger (Lieblingsjünger) berufen, später wirkte er in Ephesus, dort verfasste er das 4. Evangelium und die Briefe, unter Domitian nach Patmos verbannt, wo er die geheime Offenbarung schrieb. Er ist um das Jahr 100/101 in Ephesus gestorben.
    Johannes ist der Verkünder des Evangeliums.

Kanzel der Kirche Linda Die Kanzel, die wohl aus dem 18. Jh. stammt, ist mit ihren rechteckigen Feldern und der erst in unserer Zeit aufgemalten Weinreben eher von einfachem Charakter. Die als Füße gedrehten vier Säulen; verkörpern jeweils einen der vier Evangelisten.

Der Taufstein, etwa Anfang bis Mitte 19. Jh. datiert, beeindruckt durch seinen strengen klassischen Aufbau. Die Brüstung ist durch flach- und bandförmig aufliegende Gliederungselemente unterteilt, zwischen denen vertiefte rechteckige Felder angeordnet sind. Oben befindet sich ein aus rillenartigen Vertiefungen bestehendes Band mit einer umlaufenden Perlenkette, darüber der verbreiternde Rand mit Eierstabornamentik.

Ölgemälde ehemaliger Pfarrer der Kirche Linda

Zwei Ölgemälde ehemaliger Pfarrer in Lebensgröße haben nach der Restaurierung an der südöstlichen Seite des Langhauses wieder ihren alten Platz erhalten. Dargestellt wird der Geistliche Gottfried Winter, der von 1684 bis 1705 in Linda den Dienst versah (an der südöstlichen Außenmauer der Kirche ein alter Gedenkstein seiner Eltern, stark verwittert) und zum anderen der Pfarrer Johann Martin Hertel. Er betreute die Gemeinde von 1705 bis 1740.

Im Kirchenschiff sind bemerkenswerte figürliche und ornamentale Malereien zu sehen, besonders über dem Triumphbogen.

Der prächtige historistische Deckenleuchter aus dem letzten Drittel des 19. Jh. bildet mit den kleinen Deckenkronen eine würdige Ergänzung des Innenraums.

Innenraum der Kirche Linda

Von den drei Glocken der Kirche ist nur noch die große Glocke aus alter Zeit erhalten. Sie wurde 1664 in Erfurt gegossen, zersprang 1837 und wurde in Apolda umgegossen.

Inschrift: Ehre sei Gott in der Höhe
Gegenüberliegende Seite: · Joseph ·
Regierender Herzog zu Sachsen-Altenburg
Jacob Reimschüssel · Adjunct u. Archidiaconus
G. F. Eilhardt · Justizamtmann
G. F. Guenther · Pfarrer
J. A. E. Gerold · Kirchvater
G. Walther · Amtsrichter

Die ehemalige mittlere Glocke stammte aus dem Jahre 1479 und die kleine Glocke aus dem Jahre 1792. Beide Glocken wurden Ende des 1. Weltkrieges abgeholt und eingeschmolzen. 1922 / 1923 wurden sie durch zwei neue Stahlglocken aus der Gussstahlfabrik Rautenkranz im Erzgebirge ersetzt.

Kleine Glocke Inschrift: Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit
1922
Mittlere Glocke Inschrift: In harter Zeit
nach Krieges Morden
bin ich aus Erz / zu Stahl geworden.
So hart wie Stahl
muss der Glaube werden
dann kommen bessere Zeiten auf Erden.
1922

Von einer ruhigen Wärme, Geborgenheit und Andacht wird man im Innenraum der Kirche erfasst, die sich beim Verweilen in der Kirche noch verstärkt.
Dank des Engagements der Gemeinde und vieler Helfer präsentiert sich das Gotteshaus in einem vorbildlichen Zustand.

Bilder der Kirche ...