Auszug aus historischen Unterlagen

Der Ort Pohlen wurde erstmals im Jahre 1256 urkundlich erwähnt, als ein kleines Kirch-, Grenz- und Plakandorf und territorial als der südlichste Punkt im reußischen Unterland.

Im Jahre 1308 hatte das Kloster Cronschwitz von dem Regenten zu Gera einige Zinsen zu Pohlen und Falke erhalten. Der Ort besteht neben der Fahrstrecke aus fünf kleinen Gassen.

Wie das "Verzeichnis der Reußisch-Geraischen Dörfer", welche diesseits der Elster gelegen sind, aus dem Jahre 1642 nachweist, waren die Einwohner des Dorfes Pohlen dem Rittergut in Wolfersdorf hörig. Die Hand- und Pferdefrohner von Pohlen hatten die Felder des Rittergutes in Kleinfalka zu bearbeiten, denn 1665 hatte der Junker Julius von Wolfersdorf das dortige Vorwerk als Rittersitz ausbauen lassen.

Die erste Nachricht über einen Fronvertrag über das Dorf Pohlen stammt vom 15. August 1608. Die Fronleistungen sind im "Erbregister für Pohlen" gesammelt.

In einem Schreiben des Junkers von Wolfersdorf heißt es:

"... als ich unlängst einen Gerichtstag halten ließ, haben sie (die Einwohner von Pohlen) immer in die Fäuste geschlagen und geschrien, dass man fast kein Wort aufbringen konnte und nachdem etlicher verwirklichter Strafe halber, mit Auspfänden gedroht worden. Sie zur Tür rausgelaufen, lästerlich geflucht und geschworen, sie geben weder Strafe noch Gerichtsgebühren, und weil sie daher gehhorsam endlich bleiben sollten, sind sie trotzig gar auf und davon gelaufen wie icht weniger wie am vergangenen Montag, als sie den Zinshafer schicken sollten, sie fast alle nicht ugleich mit ungestüm überlaufen, mit nur Gezank und als ich unter anderen zu ihnen gesagt, sie hätten von mir vor einem Jahr Hafer abgenommen und nicht wie ihm die Garbe gegeben, wieder gebracht, hat mir der Wirt von Pohlen geantwortet, dass ich doch auch das beste fresse und ihnen das geringste Brot gebe..."

Die Ablösung von den Fronleistungen wurde ab 1807 beschlosen. Dafür mussten die Betroffenen Land und Vieh verkaufen, um die Ablössumme aufzubringen. Die Teilzahlungen zogen sich bis zum Jahre 1911 hin. Die Gemeinde Pohlen besitzt 18,519 Morgen steuerfreies Land, 14 Morgen Gänsehaltung und Teiche im Wert von 100 Talern.

Sonst weder aktives noch passives Vermögen, ihre Jahresausgaben für eine Dorfstraße, fünf Kommunikationswege, 2 Kommunalhäuser im Orte und die Pfarrei und Schule in Wolfersdorf macht 100 - 200 Taler.

Der Privatgrundbesitz besteht in 16 geschlossenen Gütern, ein Pertinenzstück und 12 ledigen Grundstücken. Hier 17 Bauern, 3 Häuser und 23 Dienstboden. Betreiben wird Feldbau, das Mauer-, Schmiede- und Tischlerhandwerk, 1 Schankwirt.

Hauptflurstücke sind: Steinberg, Grund, Aue, Lützsche, Bachstücke, lange Grund, Kessel, Kirchsteig, Wachtberg, Rußgraben, Sand, Bornicht, Langen, Steinbügel, Weidicht, Sumpfig.

Pohlen ist ein alter sorbischer Anbau, der sich aus einem Rittergute und aus Fronhütten zu einem Bauerndorfe empor gearbeitet hat. Das Rittergut soll an der jetzigen Stelle des Hilbertschen Bauernhofes gestanden haben.