Ein Drama in 5 Aufzügen

Nach einer historischen Begebenheit vom 10. Oktober 1806 in Linda, der sogenannten "Schreckensnacht von Linda"
Uraufführung: Sonnabend, 9. Juni 2007 in der Kirche zu Linda
Wiederholung: Mittwoch, 13. Juni 2007 ebenfalls in der Kirche zu Linda

Einführung zum Stück

In den Abendstunden des 10. Oktober 1806 versetzten 11 marodierende französische Soldaten das Dorf Linda in Angst und Schrecken. In unseren Unterlagen steht: "Die größte Angst und Noth ereilte sie (Dorfbewohner) aber schon am 10. October 1806, als gegen Abend 11 marodierende Franzosen die hiesige Pfarrwohnung überfielen, und durch allerlei Drohungen von den Einwohnern 106 Thaler erpressten, worauf noch dieselbe Nacht gegen 11.00 Uhr ebenfalls französische Husaren der Gemeinde 350 Thaler in der Schenke abdrangen." In einer anderen Quelle wird berichtet, dass der Zugang zur Pfarrei mit Gewalt, d.h. mit "einem Gewehrschuss" erzwungen wurde". Der Einschuss ist noch heute im Tor der Pfarrei zu sehen.

Der 10. Oktober 1806 gilt als die sogenannte Schreckensnacht, weil mit allen Grausamkeiten, die der Krieg mit sich brachte, gerechnet werden musste. Schlimme und brutale Beispiele gab es aus der Umgebung.

Von Coburg und Kronach kam ein Teil der napoleonischen Truppen am 10. Oktober unter dem Marschall Louis Nicolas DAVOUT in den Raum um Gera-Ronneburg, um weiter über Naumburg nach Auerstädt zu ziehen. Bei diesem Durchmarsch wurde den Husaren "freie Hand" gegeben, um sich zu verpflegen und zu vergnügen. Von der Bevölkerung in Linda musste also mit dem Schlimmsten gerechnet werden.

Auf dem Hintergrund der 750 - bzw. 700 - Jahrfeier von Pohlen und Linda wurde dieses historische Stück verfasst und inszeniert, um geschichtliche Begebenheiten eines Dorfes zu zeigen und gegenwärtig zu machen. Nach diesen spärlichen Einträgen aus jener Zeit ist das Drama "Der Franzosenschuss" entstanden. Authentisch sind in diesem Laienspiel die Namen der Pfarrersleute. Der damalige Pfarrer in der erst neu eingeweihten Pfarrei (1794) hieß Carl Gottgried Roth, sine Frau trug den Namen Justina und die Tochter hieß Christina.

Die anderen Personen sind frei erfunden, tragen aber Namen der damaligen Zeit. Auch die Aufzüge stammen entspechend der Reihenfolge, aus der Feder des Autors. Die Ortschaften Niebra, Pohlen und Endschütz wurden zufällig gewählt. Identisch hingegen sind die Spielorte: Pfarrei und Kneipe.

Zu den Aufzügen:

1. Aufzug: Bauernhaus in Niebra
Mutter Rosina, Vater Gottlieb, Tochter Maria in der Stube des Bauernhofes. Die Husaren Pierre, Poul und Charles dringen in das Gehöft und Stube ein. Alles entwickelt sich verhängnisvoll.
2. Aufzug: Rast der Franzosen an einem Wegekreuz
Die Soldaten Pierre, Poul und Charles gelangen, nachdem sie in Niebra weilten, an eine Wegekreuzung
3. Aufzug: Vor dem Tor des Pfarrhofes zu Linda
Gewaltsam dringen die Franzosen in die Wohnung des Pfarrers ein. Es fällt der "Franzosenschuss".
4. Aufzug: In der Wohnstube des Pfarrers Carl Gottfried Roth und Familie
Die Eindringlinge werden zunächst bewirtet, aber das erneute Drama ist nicht mehr abzuwenden.
5. Aufzug: In der Gaststube einer Lindaer Kneipe
Zunächst sind die Kneipenbrüder Gottlieb, Simon und der Wirt anwesend. Plötzlich erscheinen die gleichen Husaren von Niebra und von der Pfarrwohnung und halten ein Gelage. Und auch hier folgen dann die Ereignisse, die vorhersehbar waren. Zum Schluss kommt die Pfarrfrau mit Tochter hinzu.

Autor, Regisseur und Gesamtleiter des Stücks ist Johannes Dittrich, Ortspfarrer von Linda.

Bilder von der Aufführung vom 13. Juni 2007 gibt es hier zu sehen: Zu den Bildern